{"id":897,"date":"2019-03-16T14:16:51","date_gmt":"2019-03-16T13:16:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergl2019.eu\/biographie\/"},"modified":"2019-03-16T14:16:51","modified_gmt":"2019-03-16T13:16:51","slug":"biographie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bergl2019.eu\/cs\/biographie\/","title":{"rendered":"Biographie"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Johann Wenzel Bergl<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>(*23. September 1719 in K\u00f6niginhof an der Elbe\/Dv\u016fr Kr\u00e1lov\u00e9 nad Labem, \u2020 15. J\u00e4nner 1789 in Wien) war ein bedeutender Maler und Dekorationsk\u00fcnstler des Sp\u00e4tbarock und Rokoko. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"438\" src=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/cropped-Bergl_Ausschnitte2-2-1024x438.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-319\" srcset=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/cropped-Bergl_Ausschnitte2-2-1024x438.jpg 1024w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/cropped-Bergl_Ausschnitte2-2-300x128.jpg 300w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/cropped-Bergl_Ausschnitte2-2-768x329.jpg 768w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/cropped-Bergl_Ausschnitte2-2.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Selbstportr\u00e4t Johann Wenzel Bergl<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Bergl erlangte vor allem durch seine phantastischen Landschaftsmalereien Ber\u00fchmtheit. Auftr\u00e4ge erhielt er von Adel und Klerus. Die Kirche des ehemaligen Benediktinerklosters Mariazell im Wienerwald gilt als sein bedeutendstes Sakralwerk, als bedeutendstes Profanwerk sind die Fresken des Gartenpavillons des Stiftes Melk anzusprechen. In seiner b\u00f6hmischen Heimat zeugen expressive Kreuzwegszenen von seinem k\u00fcnstlerischen Schaffen. Seine T\u00e4tigkeit als Maler ephemerer Architektur wie das Heilige Grab in der Losensteinerkapelle im ehemaligen Benediktinerstift Garsten in Ober\u00f6sterreich z\u00e4hlt zur weniger bekannten Seite des Malers. <\/p>\n\n\n\n<p>Leben<\/p>\n\n\n\n<p>Bergl wurde am 23.\nSeptember 1719 im nordb\u00f6hmischen K\u00f6niginhof an der Elbe\/Dv\u016fr Kr\u00e1lov\u00e9 nad Labem\ngeboren. Sein Geburtshaus nahe der \u00f6rtlichen Kirche existiert heute nicht mehr.\nIn Wien ist er ab den 1740er Jahren nachweisbar. Bergl ehelicht am 19. Mai 1754\nin der Pfarre St. Ulrich Theresia M\u00e4rsch, Tochter des b\u00fcrgerlichen Malers\nJohann Bernhard M\u00e4rsch. Trauzeuge ist der Akademiemaler Franz Anton\nMaulbertsch, der f\u00fcr Bergl auch von k\u00fcnstlerischer Bedeutung war. Der Ehe\nentstammen acht Kinder, drei \u00fcberleben den Vater und werden im Testament\ngef\u00fchrt: der Akademiemaler Anton und der Miniaturmaler Johann sowie deren\nminderj\u00e4hrige Schwester Theresia Bergl, alle wohnhaft an der Adresse des\nverstorbenen Vaters, im Haus &#8222;Bei den 7 Kurf\u00fcrsten&#8220; am\nSpittelberg.&nbsp; Das Totenprotokoll der\nStadt Wien vom 15.01.1789 nennt Verstopfung der Leber als Todesursache. <\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcnstlerischer\nWerdegang<\/p>\n\n\n\n<p>Als Maler scheint\nJohann Wenzel Bergl erstmals im Aufnahmeprotokoll der Wiener Akademie aus dem\nJahr 1749 auf. Auch das Namensregister der 1745 bis 1749 geschlossenen\nInstitution nennt den K\u00fcnstler als &#8222;wohnhaft beim Schwarzen Adler auf der\nWendlstadt&#8220; bei ihrer Wiederer\u00f6ffnung am 20. Oktober dieses Jahres. Es\nliegt daher nahe, dass er bereits vor seiner Zeit an der Wiener Akademie eine\nk\u00fcnstlerische Ausbildung erhalten hatte; eine Beteiligung Bergls an der Sala\nterrena des Benediktinerstiftes Altenburg, vor allem an dessen skurrilen\n&#8222;Chinesenzimmer&#8220; (um 1745\/47) darf vermutet werden.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1751 wird\nihm in der Kategorie Malerei der zweite Preis an der Wiener Akademie verliehen,\nein Jahr sp\u00e4ter, am 27. Oktober 1752, gewinnt er den ersten Hofpreis. Mit der\nAuszeichnung verbunden war die Unabh\u00e4ngigkeit von der Zunft und die M\u00f6glichkeit\neigene Gehilfen besch\u00e4ftigen zu k\u00f6nnen &#8211; eine Option, die Bergl vorerst\nerstaunlicherweise nicht nutzt. Stattdessen entstehen gemeinsame Projekte, die\ner wohl in Zusammenarbeit mit seinem Freund und Weggef\u00e4hrten Franz Anton\nMaulbertsch durchf\u00fchrt. Dieser (selbst Preistr\u00e4ger der Akademie aus dem Jahr\n1750) erweist sich als eine der pr\u00e4genden Vorbilder f\u00fcr Bergl; beiden gemeinsam\nist eine intensive Auseinandersetzung mit den M\u00f6glichkeiten prachtvollen,\nschillernden Kolorits bei einer Schw\u00e4che f\u00fcr expressives Figurenpersonal.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte der 1750er und Anfang der 1760er Jahre entstehen Kreuzwegstationen f\u00fcr Dv\u016fr Kr\u00e1lov\u00e9 (um 1757), Orlice (1759) und f\u00fcr die Kirche der Kapuziner in Opo\u010dno (1763) in Ostb\u00f6hmen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" width=\"692\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/The-Way-Olm\u00fctz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-468\" srcset=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/The-Way-Olm\u00fctz.jpg 692w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/The-Way-Olm\u00fctz-300x217.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 692px) 100vw, 692px\" \/><figcaption>Vor und nach der Restaurierung \u00a9 Museum Olm\u00fctz<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Bergls\nbedeutendstes Sakralwerk stellt die Ausstattung der Kirche des ehemaligen\nBenediktinerklosters Mariazell im Wienerwald (1758\/59) dar: Nach mehreren\nJahren der beinahe anonymen Unterordnung unter den Primat Maulbertschs tritt\nder K\u00fcnstler unvermutet selbstbewusst an die \u00d6ffentlichkeit. Und bereits in\ndiesem Erstlingswerk wird die zentrale Begabung Bergls ersichtlich, das Talent\nf\u00fcr das (nicht negativ besetzte) &#8222;Dekorative&#8220;: Weniger das Detail der\nMalerei lockt zur Versenkung, vielmehr vereinen sich die gemalten Rahmungen und\ndie quirligen Figuren zu einer stark ornamentalen Gesamtwirkung.&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Erich-20170908-61-200x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-223\" width=\"310\" height=\"464\" srcset=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Erich-20170908-61-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Erich-20170908-61-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Erich-20170908-61-683x1024.jpg 683w\" sizes=\"(max-width: 310px) 100vw, 310px\" \/><figcaption>Deckenfresko Basilika Klein-Mariazell<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>M\u00f6glicherweise vermittelt durch seinen Schwiegervater, den Dekorationsmaler Johann Bernhard M\u00e4rsch, erh\u00e4lt Bergl Kontakt zum kaiserlichen Hofbauamt. Anf\u00e4nglich handelt es sich noch um Kooperationen, so im &#8222;Gr\u00fcnnehaus&#8220; in Laxenburg, wo Bergl um 1760\/61 mit dem Maulbertsch-Epigonen Andreas Brugger zusammenarbeiten. Eigenst\u00e4ndig stattet er hingegen in den Jahren 1762\/63 sechs R\u00e4ume des von Erzherzogin Maria Theresia erworbenen erzbisch\u00f6flichen Sommerschlosses in Ober-St. Veit mit exotischer Tier- und Pflanzenwelt aus, ein f\u00fcr seine Karriere folgenreicher Auftrag. Als Vorlage daf\u00fcr dient ihm eine bekannte franz\u00f6sische Tapisserienserie, die sogenannten Nouvelles Indes nach Alexandre-Fran\u00e7ois Desportes. Elemente aus diesen Tapisserien wie Tiergruppen, Fr\u00fcchtek\u00f6rbe und Bewohner dieser scheinbar fremden Szenerie finden Eingang in ein neues Neben- und Miteinander nach \u00e4sthetischen Kriterien. Palmen, Bananenpflanzen, Weinlaub und Cashewb\u00e4ume formen ein Bl\u00e4tterdach und scheinen die Grenzen der R\u00e4ume zu negieren. Bergl wiederholt diese Sujets sp\u00e4ter im Gartenpavillon von Stift Melk (1763\/64), in der Hofburg (1766), Schloss Sch\u00f6nbrunn (um 1770, 1773\/74)und in Schloss Donaudorf (1773). Mit den Motiven sollte er nach und nach freier umgehen: anstelle illustrierender Figuren und Tiere zeigt Bergl in den Appartements in Schloss Sch\u00f6nbrunn antikisierende Vasen und Architekturen sowie Treillagen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190118_StiftMelk-Bergl_0012-1024x768.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-22\" srcset=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190118_StiftMelk-Bergl_0012-1024x768.png 1024w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190118_StiftMelk-Bergl_0012-300x225.png 300w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190118_StiftMelk-Bergl_0012-768x576.png 768w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190118_StiftMelk-Bergl_0012.png 2000w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Fresko \u00a9 Stift Melk<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bergl bedient ein dichtes Netzwerk an Kl\u00f6stern, vor allem der Melker Abt Urban II Hauer tritt als sein M\u00e4zen auf. Nach dem Gartenpavillon (1763\/64) beauftragt er den Maler mit der Ausstattung des Sommerschlosses der Pr\u00e4laten in Pielach (1766\/67), der Freskierung der oberen Bibliothekss\u00e4le im Kloster (1767), der Kapelle des Wiener Melkerhof (1773), der Pr\u00e4laturkapelle im Stift Melk (1782) sowie mit Gelegenheitsarbeiten wie der Ausmalung der G\u00e4stezimmer im Kloster oder Gem\u00e4lden f\u00fcr die Stiftspfarren. Ebenso besch\u00e4ftigen ihn die Elisabethinen auf der Landstra\u00dfe, die Zisterzienser des Neuklosters in Wiener Neustadt, die Serviten in Sch\u00f6nb\u00fchel, die Pauliner in Fels\u00f6-Elefant, Maria Csal\u00e1d und Budapest, die Augustiner in Wien, die Pr\u00e4monstratenser in Klosterbruck, die Benediktiner des Wiener Schottenstifts, in Seitenstetten, in Altenburg (Wallfahrtskirche Maria Dreieichen) und Garsten. Bergls Heiliges Grab in der Losensteinerkapelle im dortigen ehemaligen Benediktinerstift stellt eine Besonderheit dar, war derartigen ephemeren Architekturen \u00fcblicherweise aufgrund der verwendeten Materialien keine lange Lebensdauer hatten. Die illusionistische Kulissenarchitektur Bergls blieb erhalten und ist seit ihrer Restaurierung in der Osterzeit in situ zu sehen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" width=\"364\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Heiliggrabkulissen_in_Garsten-Garsten_Heiliggrab_2015_1_-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-92\" srcset=\"https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Heiliggrabkulissen_in_Garsten-Garsten_Heiliggrab_2015_1_-2.jpg 364w, https:\/\/www.bergl2019.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Heiliggrabkulissen_in_Garsten-Garsten_Heiliggrab_2015_1_-2-195x300.jpg 195w\" sizes=\"(max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><figcaption>Heiliggrab \u00a9 Garsten<\/figcaption><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Wenzel Bergl (*23. September 1719 in K\u00f6niginhof an der Elbe\/Dv\u016fr Kr\u00e1lov\u00e9 nad Labem, \u2020 15. 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